|
Seite 2 von 5 1. Nennen Sie drei Ereignisse, die großen Einfluss auf Friedrichs Charakterentwicklung ausüben, beschreiben Sie mit eigenen Worten die durch das jeweilige Ereignis ausgelöste charakterliche Entwicklung und belegen Sie Ihre Darstellung mit mindestens einem Zitat. Friedrichs Charakter ändert sich im Verlaufe seines Lebens. Am Anfang ist er ein schüchternes und verträumtes Kind. Er wird zu einem arroganten, besserwisserischen, jähzornigen und verschlagenen Mann. Vielleicht ist er am Ende an seinem zwiespältigen Wesen zerbrochen. Tod des Vaters (1747) 1738 wurde Friedrich Mergel im Dorf B. geboren und „…ward unter einem Herzen voller Gram getragen.“ (S 2, Z.3). Er war der einzige Sohn Hermann Mergels und seiner Frau Margreth. Über seinen Vater erfahren wir, dass er in zweiter Ehe mit Margreth Semmler verheiratet ist. Er soll ein Trinker gewesen sein und auch seine Frau konnte ihn diese Sucht nicht abgewöhnen. Seinen Sohn liebte er und immer brachte er Friedrich etwas mit (S. 2, Z. 5). Die Mutter war eine brave, anständige und gottesgläubige Person. Als Friedrich neun Jahre alt war kam sein Vater in einer harten stürmischen Winternacht um. Danach erinnert sich Friedrich mit einem Grausen gemischt mit Zärtlichkeit an ihn (S. 4, Z. 27). Wenn die anderen Jungen des Dorfes schlecht über den Vater redeten, heulte er und schlug um sich. Doch meist hatte er das Nachsehen und bekam selbst die meisten Schläge ab. Daher sonderte er sich von den anderen ab, hütete die Kühe am anderen Ende des Tales und wurde immer stiller und verschlossener (S. 4, Z. 40). Als Produkt einer Vergewaltigung (S. 2, Z. 3) ist Friedrich ein von seiner Mutter ungeliebtes Kind. So kommt ihm in seiner Kindheit von Ihr nur wenig Liebe und Zuneigung entgegen. Lediglich sein Alkoholkranker Vater, der immer wieder seinen Frust an der Familie auslässt, scheint ihn zu lieben und bringt ihm immer etwas mit. So vermisst Friedrich ihn sogar als er abends nicht nach Hause kommt. Jedoch darf Friedrich nie Gefühle zulassen, und bekommt als er beim Tod des Vaters schreit von seiner Mutter eine Ohrfeige (S. 2, Z. 52). Diese Gefühlskälte und Gewalt gibt er später an andere weiter.
Durch den frühen Tod seines Vaters, dem Verlust des einzigen Menschen der ihn scheinbar liebte leidet er sehr wenn die anderen Jungen des Dorfes schlecht über seinen Vater reden. Er fühlt sich von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen und spiegelt deshalb aus Unsicherheit immer das wieder, was die anderen in ihm sehen. Das zeigt sich vor allem, wenn er gedemütigt wird, da er dann auf einmal die Fassung verliert. Adoption durch Simon Semmler (1750) Nach etwa drei Jahren trat Simon Semmler in Friedrichs Leben. Er war der Bruder seiner Mutter und hatte sich bisher nicht bei ihnen blicken lassen, da er die Heirat Margreths nicht billigte. Ihm ging kein guter Ruf voraus. ,, Man hielt ihn für einen Händel suchenden Kerl, dem jeder um so lieber aus dem Wege ging”(S. 4, Z. 52). Er nahm Friedrich als ,, Adoptivvater” auf. Friedrich sollte für ihn arbeiten und ihn später beerben. Friedrich fühlte sich von nun an als etwas Besseres, wurde hochmütig und Eitel. Er war nur noch selten zu Hause und sein Wesen verwandelte sich. ,, Er trat fest auf, fing an, sein Äußeres zu beachten und bald in den Ruf eines hübschen, gewandten Burschen zu kommen.” (S. 8, Z. 38). Zu Hause beschäftigte sich Friedrich kaum, so dass das Gehöft immer mehr verwahrloste. Seine Mutter unterstütze er nicht und er zeigte ihr gegenüber auch keine Zuneigung. Gegenüber der Dorfjugend war er streng und gewalttätig. Hatte er Geld in der Tasche ging er als ,,Dorfelegant” an der Spitze der jungen Leute. Seinem Oheim gehorchte Friedrich. Der nutzte ihn aus und machte ihn zu einem verschlagenen und selbstsicheren Burschen. ,, Simon tat alles, seinen Adoptivsohn die selben Wege zu leiten die er selber ging. In Friedrich lagen Eigenschaften die dies erleichterten: Leichtsinn, Erregbarkeit und vor allem ein grenzenloser Hochmut. “ (S. 14, Z. 23 ). Der unheilvolle Einfluss des Onkels Simon Semmler liegt klar auf der Hand, er stellt die Verkörperung des satanistischen Prinzips, die Inkarnation des Unheimlichen und Bösen dar. Mit zynischem spott reißt er beim nächtlichen Marsch durch das Brederholz das wenig Gute aus, das die Mutter in Friedrichs Seele einpflanzte (S. 5, Z. 2 - Z. 50). Das Bild des Hechtes kennzeichnet Simons hinterhältiges und verbrecherisches Wesen, und die roten Rockschöße, die ihm wie Feuerflammen nachzogen, erinnern an die Erscheinung des Teufels (S. 4, Z. 49). Símon macht ihn völlig schlecht, genauso wie er auch schon vorher seinen Sohn schlecht machte, machte er es auch mit Friedrich. Friedrich wurde deswegen immer mehr so wie der Onkel. Jedoch gelangt er durch den Einfluss seines Onkels zu Ansehen in der Dorfjugend und achtet immer mehr auf sein äußeres Erscheinungsbild. Andererseits bleibt er der zerlumpte, verträumte Hirtenbube, womit er immer wieder Spott auf sich zieht. Mord an Aron dem Juden (1788) „Eine große, unerträgliche Schmach hatte ihn getroffen…“ (S. 16, Z. 12), als er von dem Juden Aaron um das Geld für eine silberne Taschenuhr gemahnt wurde. Als „die Tenne von Gelächter tobte…“ (S. 16, Z. 18) und er verspottet wurde, ärgerte sich der hochmütige Friedrich so, dass er Aaron höchstwahrscheinlich ermordete. Der jüdische Geldverleiher wurde erschlagen und beraubt am Fuße einer riesigen uralten Buche aufgefunden. Für alle war klar, dass nur Friedrich der Mörder sein konnte. Dieser verschwand mit seinem Freund Johannes Niemand.
Schon früh wird Friedrich vor allem durch seine Mutter zur Abneigung gegen die Juden erzogen. Ihm wird vorgelebt, dass Juden gemeine Verbrecher sind (S. 3, Z. 20). Aus Angst vor weiteren Demütigungen wegen einer unbezahlten Uhr, führt dies schließlich auch zum gewissenlosen Mord am Juden Aaron. Nach vielen Jahren der Sklaverei kehrt Friedrich als gebrochener Mann ins Dorf zurück. Um nicht nach so vielen Jahren als Judenmörder entlarvt zu werden gibt er sich als Johannes aus. Sein schlechtes Gewissen plagt in noch immer und er meidet das Brederholz (S. 21, Z. 28-35). Jedoch hält seine eigentlich schwache Persönlichkeit dem seelischen Druck einen Mord begangen zu haben nicht stand und erhängt sich schließlich an der Judenbuche. |