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Seite 5 von 5 4. Beschreiben Sie Margret Mergels Lebensweg. Hinweis zur Lösung der vierten Aufgabe: Belegen Sie alle Aussagen durch Angabe der Textstelle, der Sie die jeweilige Information entnommen haben. Margret Mergel, geb. Semmler, ist die Mutter der Hauptperson Friedrich Mergel. Sie wird als gute, anständige und kluge Frau geschildert. Es verwundert, dass sie den Hermann Mergel heiratet. Sie kann auch keinen positiven Einfluss auf ihren Mann nehmen und erträgt in der Folge ihre unglückliche Ehe. Nach dem Tode Hermanns wird ihr Sohn Friedrich zum Lebensinhalt, der sich ihr dann jedoch unter dem Einfluss von Simon Semmler mehr und mehr entfremdet. Nach dem Verschwinden Friedrichs zieht sie sich ganz zurück und verarmt. Erläuterungen: Margret Mergel wird als eine „brave, anständige und kluge Frau so in den Vierzigern“ geschildert. Ihrem hohen Selbstbewusstsein dürfte es auch zuzurechnen sein, das sie Hermann Mergel heiratete. Sie wusste nicht, worauf sie sich mit dieser Ehe einließ. Sie sah in dieser Heirat ihre letzte Chance, eine Familie zu gründen, doch sie sollte früh genug erkennen, dass dieser naive Schritt ihr ganzes Leben durcheinander bringen würde und sie ihn später sogar bereuen sollte. Anfangs noch stolz und stark, voller Zuversicht den Säufer, ihren Mann, zum Guten verändern zu können, musste sie schließlich doch klein beigeben und verlor die Kontrolle über die Situation, die alsbald eskalierte. (S. 2, Z. 38-55). Mit Friedrich, als Produkt dieser unglücklichen Ehe, erreichte sie den Gipfel ihrer Unzufriedenheit. Sie selbst hatte seltsame Moralvorstellungen und diese gab sie an Friedrich weiter. Einerseits wollte sie aus ihrem Sohn einen wohlerzogenen und frommen Menschen machen, andererseits zog sie ihn mit ihrer Idee von Judenhass und Diebstahl groß. (S. 4, Z. 20-24) Durch den Tod Ihres Mannes fühlte sich Margreth vermutlich ihrer Lebensperspektive beraubt. Plötzlich stand sie als allein erziehende Mutter und Witwe da, was in dieser Zeit als äußerst unschicklich und unangenehm galt. Außerdem hatte sie von da an überhaupt keine Hoffnung mehr auf jeglichen Wohlstand. Sie scheint mit der neuen Situation völlig überfordert. (S. 4, Z. 11-16). Ihr Bruder Simon trägt zu dieser Aussichtslosigkeit zusätzlich bei, indem er ihre späte Heirat mit hämischen Worten kritisiert, anstatt ihr zu helfen oder milde, hilfreiche Kritik hervor zubringen. Aus dieser Situation heraus, willigt Margreth der vorgeschlagenen Adoption trotz Zweifeln ein. Sie war zu schwach die Verantwortung für Friedrich selbst zu übernehmen und zog es vor ihn aus der Hand zu geben, ohne zu wissen in welche Richtung die Erziehung ihres Bruders führen würde. (S. 5, Z. 4-7 und Z. 36-41) Zwar beginnt Margreth nun stolz auf ihren Sohn zu sein, obwohl dessen Entwicklung nicht ihrem Verdienst zuzuschreiben ist und somit die angelegten Maßstäbe recht hoch liegen. Jedoch sollte dies das einigste Positive bleiben das dieser Entscheidung abzugewinnen war. (S. 8, Z.44 – S. 9, Z. 3) Doch die Freude währt nicht lange, denn Friedrich beginnt immer mehr sein Geld für sein äußeres Erscheinungsbild zu verwenden und den Hof zu Hause verkommen zu lassen. So wurde er „äußerlich ordentlich, nüchtern, anscheinend treuherzig, aber listig, prahlerisch und oft roh…“. So dass niemand Freude an im finden konnte, „am wenigsten seine Mutter…“ (S. 14, Z. 39). Dies führte dazu das Margreth immer mehr verarmt und sie langsam resigniert. Sie scheint jegliche Hoffnung auf Besserung verloren zu haben und wurde „scheu, saumselig, sogar unordentlich…“. Sie beginnt „allmählich in einen Zustand der Verkommenheit“ zu versinken, „, den man früher bei ihr für unmöglich gehalten hätte“. (S. 14, Z. 28 – 39)
Kurz nach dem Mord an Aron beginnt langsam auch ihr körperlicher Verfall. Sie scheint „blaß und steinern“ und gibt außer „daß sie unaufhörlich die Lippen nagte und mit den Augen zwinkerte“ kaum Lebenszeichen von sich (S. 17, Z. 37 und Z. 52). Von nun an ging es steil bergab. Sie sah sich auf dem Weg zur Hölle und ihren Sohn Friedrich hatte sie wohl auch auf diesen Weg geschickt. So heiratete sie nicht mehr und gab sich völlig auf (S. 19, Z. 6). Zwar versuchten die Dorfbewohner ihr anfangs noch beizustehen, aber da sie alles verkommen lies, sahen auch die Dorfbewohner bald keinen Sinn mehr ihr zu helfen. Lediglich der Gutsherr stand Ihr bis zum Schluss bei. So schickte er täglich Essen und lies ihr ärztliche Behandlung zukommen, als es mit ihr zu Ende ging. So brachte sie ihre letzten Jahre in „völliger Geistesstumpfheit“ zu und starb einsam, zerbrochen an den eigenen Fehlentscheidungen Ihres Lebens (S. 20, Z. 52 – S. 21, Z. 1).
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